Magazin und Ratgeber: Alles rund um Trapezbleche und Dachausbau

Hier im Ratgeber von Trapezblecheversand.de findest du fundiertes Fachwissen, praktische Montageanleitungen und clevere Tipps für dein Dachprojekt. Egal, ob du einen Carport einkleidest, eine Hallensanierung planst oder das Dach deines Gartenhauses erneuerst: Wir begleiten dich von der ersten Idee bis zur letzten Schraube. Profitiere von bewährtem Expertenwissen, lerne die besten Materialien kennen und meistere dein Bauvorhaben sicher, effizient und professionell.

Was ist besser? Trapezbleche oder Sandwichplatten?

Du stehst vor der Entscheidung: Trapezblech oder Sandwichplatten? Beide Systeme gelten als bewährte Lösungen für...

Welche Stärke muss ein Trapezblech haben, um begehbar zu sein?

Du willst wissen, ab welcher Stärke Trapezblech begehbar ist, ohne Dellen oder Durchbiegungen zu riskieren....

Wie viele Schrauben pro m² benötigt man für Trapezbleche?

Wenn du Trapezblech montierst, entscheidet die richtige Schraubenanzahl über Stabilität und Dichtheit. Zu wenige Schrauben...

Warum Profilbleche die ideale Wahl für moderne Bedachungen sind

Wenn es um die Eindeckung von Dächern oder die Verkleidung von Fassaden geht, haben sich Profilbleche in den letzten Jahren rasant vom reinen Industrieprodukt zum Favoriten für private Bauherren entwickelt. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Trapezbleche bieten ein unschlagbares Verhältnis aus geringem Eigengewicht und enormer Tragfähigkeit. Durch die charakteristische Formgebung, die Kantung in Trapezform, erhält das an sich dünne Metallblech eine außergewöhnliche statische Stabilität.

Diese Leichtigkeit bringt einen entscheidenden Vorteil mit sich: Die Unterkonstruktion deines Daches muss deutlich weniger Gewicht tragen als beispielsweise bei klassischen Tondachziegeln oder Betondachsteinen. Das spart Material, Zeit und Geld beim Bau des Dachstuhls. Zudem ermöglichen die großflächigen Platten einen enorm schnellen Baufortschritt. Anstatt hunderte kleiner Ziegel einzeln zu verlegen, deckst du mit wenigen Blechbahnen sofort quadratmeterweise Dachfläche ein. Dies macht Trapezbleche besonders attraktiv für großflächige Projekte wie Lagerhallen, landwirtschaftliche Gebäude, aber auch für Garagen, Carports und moderne Wohnhausarchitektur.

Die Wahl des richtigen Materials: Stahlblech vs. Aluminium

Bevor du mit der konkreten Planung deines Projekts beginnst, steht die Entscheidung für das passende Basismaterial an. Die beiden am häufigsten verwendeten Metalle für Profilbleche sind verzinkter Stahl und Aluminium. Beide Materialien haben ihre spezifischen Stärken, die je nach Einsatzort und Umweltbedingungen optimal ausgespielt werden können.

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Stahlbleche: Die robusten Kraftpakete

Stahl ist der Klassiker unter den Trapezblechen. Er zeichnet sich durch eine extrem hohe mechanische Belastbarkeit aus. Wenn du in einer Region mit hohen Schneelasten lebst oder das Dach regelmäßig für Wartungsarbeiten begehen musst, ist Stahl oft die beste Wahl. Um den Stahl vor Rost zu schützen, wird er im Herstellungsprozess feuerverzinkt. Diese Zinkschicht opfert sich bei kleineren Kratzern selbst und verhindert so das sofortige Rosten des Kernmaterials. Anschließend erhält das Stahlblech eine Grundierung und die farbige Deckbeschichtung. Stahl dehnt sich bei Temperaturschwankungen weniger stark aus als Aluminium, was bei sehr langen Dachbahnen ein statischer Vorteil ist.

Aluminiumbleche: Leichtgewichte für höchste Ansprüche

Aluminium punktet vor allem durch seine absolute Korrosionsbeständigkeit. Selbst wenn die Farbbeschichtung beschädigt wird, rostet Aluminium nicht im klassischen Sinne. Es bildet lediglich eine schützende Oxidschicht, die eine weitere Zersetzung des Materials stoppt. Daher ist Aluminium die absolute Empfehlung für Gebäude in Küstennähe mit salzhaltiger Luft oder in Regionen mit aggressiveren Umweltbedingungen. Zudem ist Aluminium nochmals deutlich leichter als Stahlblech, was die Montage besonders auf hohen Dächern extrem vereinfacht. Zu beachten ist lediglich die etwas höhere thermische Längenausdehnung, die bei der Befestigung berücksichtigt werden muss.

Profilhöhen und ihre Bedeutung für die Statik

Trapezbleche werden in verschiedenen Profilhöhen angeboten. Die Profilbezeichnung setzt sich meist aus der Höhe der Profilierung und dem Abstand der Sicken zusammen, beispielsweise 20/138 oder 35/207. Die Wahl der richtigen Profilhöhe ist entscheidend für die Tragfähigkeit und die Wasserabführung deines Daches.

Niedrige Profile für kleine Spannweiten und Fassaden

Niedrige Profilhöhen, etwa um die 20 Millimeter, eignen sich hervorragend für Fassadenverkleidungen oder für Dächer mit einer sehr dichten Unterkonstruktion. Sie wirken optisch filigran und unauffällig. Da sie jedoch weniger statische Eigenfestigkeit besitzen, muss der Abstand der Dachlatten (die Stützweite) entsprechend gering gehalten werden. Sie sind die perfekte Wahl für das klassische Gartengerätehaus oder den Kaminholzunterstand.

Hohe Profile für große Dächer und hohe Belastungen

Profile ab einer Höhe von 35 Millimetern gelten als Standard für die meisten Dachflächen. Die höhere Sicke verleiht dem Blech eine enorme Biegesteifigkeit. Das bedeutet für dich: Du kannst die Abstände der Unterkonstruktion vergrößern und sparst somit Holz und Arbeitszeit. Gleichzeitig fassen die tieferen Rillen bei starkem Regen deutlich mehr Wasser und leiten es sicher in die Dachrinne ab, ohne dass es über die Profilberge tritt. Für große Hallendächer oder flache Pultdächer kommen oft sogar Profilhöhen von 45 oder 50 Millimetern zum Einsatz.

Die verschiedenen Beschichtungssysteme im Überblick

Die farbige Beschichtung eines Trapezblechs ist nicht nur eine Frage der Optik, sondern vor allem des Schutzes. Sie schirmt das Metall vor UV-Strahlung, saurem Regen und mechanischen Einflüssen ab. Je nach Anforderung stehen dir verschiedene Beschichtungsarten zur Verfügung.

Polyesterbeschichtung (25 µm)

Die Standard-Polyesterbeschichtung mit einer Stärke von 25 Mikrometern ist der absolute Allrounder. Sie ist kostengünstig, bietet einen soliden Schutz für normale Witterungsbedingungen im Binnenland und ist in fast allen klassischen RAL-Farben erhältlich. Die Oberfläche ist in der Regel glatt und leicht glänzend. Für die meisten privaten Bauprojekte wie Carports, Garagen oder Schuppen ist diese Beschichtung völlig ausreichend.

Matt-Polyester und strukturierte Beschichtungen (35 µm)

Wer eine edlere, reflexionsarme Optik bevorzugt, greift zu matten oder leicht strukturierten Beschichtungen. Diese sind oft etwas dicker aufgetragen (meist 35 Mikrometer) und bieten dadurch einen verbesserten Kratzschutz. Besonders bei modernen Wohnhausdächern im skandinavischen Stil erfreuen sich diese matten Oberflächen größter Beliebtheit, da sie optisch an traditionelle Tonziegel erinnern und nicht in der Sonne blenden.

Pural, Hardcoat oder Polyurethan (50 µm)

Für extreme Anforderungen gibt es Premium-Beschichtungen auf Polyurethan-Basis. Diese Beschichtungen sind extrem farbstabil, hochgradig resistent gegen mechanische Kratzer und widerstehen aggressiver UV-Strahlung sowie industriellen Abgasen hervorragend. Wenn du für die nächsten Jahrzehnte absolute Ruhe auf dem Dach haben möchtest oder in einer Region mit starker industrieller Belastung wohnst, ist diese Investition sinnvoll.

Planung, Dachneigung und Unterkonstruktion

Eine gründliche Planung ist die halbe Miete. Bevor du die Bleche bestellst, musst du die genauen Maße deines Daches kennen und die Unterkonstruktion fachgerecht vorbereiten. Ein entscheidender Faktor bei Trapezblechdächern ist die Dachneigung.

Die richtige Dachneigung beachten

Trapezbleche benötigen ein Mindestgefälle, damit Regenwasser zuverlässig abfließen kann und sich keine Pfützen bilden, die auf Dauer das Material angreifen könnten. Als Faustregel gilt: Das Dach sollte eine absolute Mindestneigung von 5 bis 7 Grad aufweisen. Ab dieser Neigung kann das Wasser schwerkraftbedingt ablaufen, und der Selbstreinigungseffekt durch abfließenden Regen setzt ein. Bei flacheren Dächern besteht zudem die Gefahr, dass Stauwasser oder kapillar aufsteigendes Wasser im Überlappungsbereich der Bleche in das Gebäude eindringt. Achte darauf, dass bei sehr geringen Dachneigungen oft zusätzliche Dichtungsbänder (Kompribänder) in den Längs- und Querüberlappungen zwingend erforderlich sind.

Aufbau der Unterkonstruktion

Trapezbleche werden in der Regel auf einer Querlattung montiert, die quer zur Wasserlaufrichtung verläuft. Der Abstand dieser Traglatten hängt von der Stärke des Blechs, der Profilhöhe und der zu erwartenden Schneelast ab.

Einsatzbereich Empfohlene Materialstärke (Stahl) Maximaler Lattenabstand (Richtwert)
Geräteschuppen / kleiner Unterstand 0,40 mm – 0,45 mm ca. 40 – 50 cm
Carport / Garage 0,50 mm ca. 60 – 80 cm
Wohnhaus / Halle (begehbar) 0,63 mm – 0,75 mm ca. 100 – 150 cm

Achte unbedingt darauf, dass die Unterkonstruktion exakt im Wasser liegt. Unebenheiten in der Holzlattung übertragen sich unweigerlich auf das Blech, was nicht nur optisch störend wirkt, sondern auch zu Spannungen im Material und undichten Stellen bei den Verschraubungen führen kann.

Feuchtigkeitsschutz: Antikondensvlies und Dachfolien

Ein physikalischer Effekt, der bei einschaligen Metalldächern unweigerlich auftritt, ist die Bildung von Kondenswasser. Wenn die Außentemperatur sinkt, kühlt das Blech ab. Die wärmere, oft feuchtere Luft im Inneren des Gebäudes kondensiert dann an der kalten Unterseite des Daches. Tropft dieses Wasser ab, können im Gebäudeinneren Schäden an gelagerten Gütern, Autos oder Maschinen entstehen.

Die Funktion der Antitropfbeschichtung

Um dieses Problem zu lösen, kannst du Trapezbleche mit einer werkseitig aufgetragenen Antitropfbeschichtung (Antikondensvlies) bestellen. Dieses textilartige Vlies ist fest mit der Unterseite des Blechs verklebt. Es nimmt die anfallende Feuchtigkeit wie ein Schwamm auf und hält das Wasser fest, bis es bei wärmeren Temperaturen und guter Belüftung wieder verdunsten kann. Es ist extrem wichtig, dass Dächer mit Vliesbeschichtung gut hinterlüftet sind, damit das Vlies tagsüber abtrocknen kann.

Ein wichtiger Hinweis zur Montage: Das Vlies darf nicht ungeschützt in den Außenbereich (etwa in die Dachrinne) ragen, da es sonst durch den Kapillareffekt Regenwasser von außen nach innen saugt. Daher muss das Vlies an der Traufkante auf den letzten 10 bis 15 Zentimetern neutralisiert werden. Das geschieht entweder durch Abbrennen mit einer Heißluftpistole oder durch das Einstreichen mit einem speziellen Klarlack, der die Poren des Vlieses verschließt.

Unterspannbahnen als Alternative

Bei isolierten Dächern oder Wohngebäuden wird in der Regel ohne Vlies gearbeitet. Stattdessen wird eine diffusionsoffene Unterspannbahn über die Sparren verlegt, darauf folgt eine Konterlattung und erst dann die Traglattung für das Blech. Kondenswasser tropft vom Blech auf die Folie und wird sicher in die Dachrinne abgeleitet. Diese Bauweise ist aufwendiger, bauphysikalisch für beheizte Gebäude jedoch die einzig richtige Methode.

Werkzeug und Vorbereitung für die Montage

Bevor du aufs Dach kletterst, solltest du sicherstellen, dass du das richtige Werkzeug bereitlegst. Die Verarbeitung von Profilblechen erfordert spezielle, aber leicht zu beschaffende Werkzeuge. Ein gut vorbereiteter Arbeitsplatz verhindert Fehler und minimiert das Verletzungsrisiko an scharfen Blechkanten.

Folgendes Werkzeug solltest du griffbereit haben:

  • Akkuschrauber mit passenden Bit-Einsätzen (oft 8 mm Sechskant)
  • Knabber (Nibbler), Blechschere oder Stichsäge mit Metallblatt
  • Schutzbrille und schnittfeste Handschuhe
  • Zollstock, Bandmaß und Richtschnur
  • Weiche Besen zur Reinigung der Oberfläche
  • Gurtzeug zur Absturzsicherung bei höheren Gebäuden

Der fachgerechte Zuschnitt von Profilblechen

Ein Fehler, der auf Baustellen leider immer wieder zu beobachten ist, ist das Schneiden von Trapezblechen mit einem Winkelschleifer (Flex). Dies ist strengstens verboten und führt zum sofortigen Verlust der Garantie. Der Winkelschleifer erzeugt beim Schneiden enorme Hitze. Diese Hitze verbrennt die empfindliche Farbbeschichtung und zerstört die Verzinkung an der Schnittkante. Zudem fliegen glühende Metallspäne über das Blech, brennen sich in die Oberfläche ein und beginnen innerhalb kürzester Zeit zu rosten.

Schneide Bleche ausschließlich „kalt“. Das bedeutet den Einsatz von Blechscheren für gerade Schnitte bei flachen Profilen. Für Quer- und Längsschnitte bei profilierten Blechen ist ein sogenannter Knabber (Nibbler) das ideale Werkzeug. Er stanzt kleine Halbmonde aus dem Blech, ohne Hitze zu erzeugen. Alternativ kannst du eine Handkreissäge oder Stichsäge verwenden, sofern du ein spezielles Kaltblech-Sägeblatt einsetzt. Kehre nach jedem Schnitt und nach jedem Bohren sofort alle Metallspäne mit einem weichen Besen vom Dach, um Fremdrost zu vermeiden.

Trapezbleche montieren: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Die eigentliche Montage der Bleche ist bei guter Vorbereitung ein zügiger Prozess. Arbeite stets sorgfältig und nimm dir für die Ausrichtung der ersten Platte besonders viel Zeit, denn sie gibt den Takt für das gesamte restliche Dach vor.

Schritt 1: Die Ausrichtung der ersten Platte

Beginne mit der Verlegung auf der Seite des Daches, die der Hauptwindrichtung abgewandt ist. So bläst der Wind nicht direkt in die Überlappungen der Bleche. Lege die erste Platte auf die Unterkonstruktion. Achte darauf, dass sie am unteren Ende (an der Traufe) den gewünschten Überstand in die Dachrinne aufweist. Richte die Platte exakt im rechten Winkel zur Trauflinie aus. Nutze dafür am besten eine Richtschnur. Fixiere die Platte zunächst nur mit einer oder zwei Schrauben, um sie bei Bedarf noch leicht justieren zu können.

Schritt 2: Die Überlappung und die Antikapillarrille

Hochwertige Dachbleche besitzen an einem der Ränder eine sogenannte Antikapillarrille. Dies ist eine feine, eingebrachte Rille in der Längsrichtung. Die nächste Platte muss so aufgelegt werden, dass sie diese Rille überdeckt. Sollte Feuchtigkeit durch die Überlappung dringen, fängt die Antikapillarrille das Wasser ab und leitet es nach unten zur Dachrinne. Achte darauf, dass die Überlappung immer mindestens eine komplette Profilrippe umfasst.

Schritt 3: Querüberlappungen bei sehr langen Dächern

Wenn dein Dach länger ist, als die Bleche geliefert werden können, musst du die Platten in der Länge stückeln. Hierbei verlegst du die Bleche von der Traufe (unten) zum First (oben). Das obere Blech überlappt das untere Blech. Die Querüberlappung sollte bei einer Dachneigung ab 10 Grad mindestens 20 Zentimeter betragen. Bei flacheren Dächern ist eine Überlappung von bis zu 30 Zentimetern sowie der Einsatz von Dichtband zwischen den Platten ratsam.

Die richtige Befestigungstechnik: Schrauben und Kalotten

Die Verschraubung ist die direkte Verbindung zwischen Dach und Gebäude und entscheidet darüber, ob dein Dach auch starken Stürmen standhält. Verwende ausschließlich bauaufsichtlich zugelassene Bohrschrauben mit EPDM-Dichtscheiben. Diese Gummidichtungen vulkanisieren leicht mit dem Blech und dichten das Bohrloch dauerhaft gegen Regenwasser ab.

Verschraubung auf dem Dach (Hochsicke)

Dachbleche werden fachgerecht auf dem Profilberg (der Hochsicke) verschraubt. Der Grund ist simpel: Wasser fließt immer im Tal ab. Ein Bohrloch im Wasserlauf stellt eine potenzielle Schwachstelle dar. Für die Verschraubung auf der Hochsicke benötigst du lange Schrauben, die durch das Profil in die Holzlattung greifen. Um zu verhindern, dass du das Profil beim Anziehen der Schraube eindrückst, und um die Kraft des Schraubenkopfes besser zu verteilen, verwendest du sogenannte Kalotten. Diese kleinen Bauteile aus Aluminium sind der Form des Profilbergs exakt nachgebildet, besitzen eine Moosgummischicht und sorgen für eine wasserdichte und extrem sturmsichere Befestigung.

Verschraubung an der Fassade (Tiefsicke)

Werden Trapezbleche als Wandverkleidung genutzt, ändert sich die Befestigungstechnik. Hier läuft kein stehendes Wasser ab. Daher werden Wandbleche zur Erhöhung der statischen Sicherheit und für ein flacheres Anliegen direkt in der Tiefsicke (dem Profiltal) mit der Unterkonstruktion verschraubt. Hier kommen kurze Bohrschrauben zum Einsatz. Kalotten werden an der Fassade in der Regel nicht benötigt.

Kantteile und Zubehör für den perfekten Abschluss

Ein Dach besteht nicht nur aus der reinen Fläche. Erst die fachgerechten Abschlüsse an den Rändern schützen das Gebäude vor Wind, Wetter und Kleintieren. Die passenden Kantteile aus dem gleichen Material und in der gleichen Farbe runden dein Projekt optisch ab.

Der Firstabschluss

Der First ist der höchste Punkt des Daches, an dem zwei Dachflächen aufeinandertreffen. Hier wird ein Firstblech montiert. Um zu verhindern, dass Flugschnee oder Schlagregen unter das Firstblech in das Gebäudeinnere geblasen werden, setzt man Profilfüllerleisten (auch Zahnbleche oder Schaumstoffprofile) ein. Diese füllen die Lücken, die durch die Täler der Trapezbleche entstehen, exakt aus.

Ortgang und Traufe

Der Ortgang (die Giebelseite) wird mit einem Ortgangwinkel verkleidet. Er verhindert, dass Seitenwind unter das Blech greifen kann und schützt das Stirnholz der Unterkonstruktion vor Verwitterung. An der Unterseite des Daches kommt das Traufblech (Rinneneinlaufblech) zum Einsatz. Es wird unter das Trapezblech montiert und leitet das Tropfwasser sicher in die Dachrinne ab, sodass die Holzlatten nicht durch Rückstauwasser verfaulen.

Pflege, Wartung und Langlebigkeit

Ein massiver Vorteil von Trapezblechdächern ist ihr enorm geringer Wartungsaufwand. Im Gegensatz zu Pfannendächern setzt sich auf der glatten Metalloberfläche kaum Moos oder Algen ab. Dennoch solltest du deinem Dach ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit schenken, um die Lebensdauer von oft mehreren Jahrzehnten voll auszuschöpfen.

Regelmäßige Sichtprüfung

Begehe oder betrachte dein Dach mindestens einmal im Jahr, vorzugsweise im späten Herbst nach dem Laubfall. Entferne Blätter, Äste und Schmutz aus den Profiltälern, da sich sonst Staunässe bilden kann. Prüfe bei dieser Gelegenheit auch, ob alle Schrauben noch fest sitzen. Durch die thermische Bewegung des Daches können sich Befestigungen über die Jahre minimal lockern. Ziehe diese mit viel Gefühl nach, quetsche die EPDM-Dichtung dabei aber nicht kaputt.

Reinigung bei Bedarf

Sollte das Dach im Laufe der Zeit durch Staub oder Ruß verschmutzen, reicht meist eine einfache Reinigung mit Wasser und einem weichen Schwamm. Vermeide scharfe chemische Reinigungsmittel oder den Einsatz von Hochdruckreinigern mit extremem Druck (Dreckfräse), da dies die Farbbeschichtung anrauen oder beschädigen kann. Klares Wasser und gegebenenfalls ein ph-neutrales Autoshampoo sind völlig ausreichend.

Photovoltaik auf dem Trapezblechdach

Trapezblechdächer sind die absolut ideale Grundlage für die Montage von Photovoltaikanlagen oder Solarthermie. Die Installation ist deutlich einfacher, sicherer und kostengünstiger als auf Ziegeldächern.

Anstatt aufwendig Dachhaken unter Ziegeln montieren zu müssen, werden bei Trapezblechen spezielle Kurzschienen direkt auf den Hochsicken des Blechs befestigt. Diese Schienen werden mit speziellen Dünnblechschrauben direkt in die Flanken oder den Rücken des Profils geschraubt. Das geht rasend schnell und erfordert kein Eingreifen in die tieferliegende Unterkonstruktion. Wichtig ist hierbei nur, dass du bereits bei der Planung des Daches auf eine ausreichende Blechstärke achtest. Wenn du planst, eine PV-Anlage zu installieren, sollte das Trapezblech (insbesondere bei Stahl) eine Mindeststärke von 0,63 mm bis 0,75 mm aufweisen, um die Auszugskräfte der Modulhalterungen sicher aufzunehmen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Trapezblechen

Wie lange hält ein Trapezblechdach?

Ein fachgerecht montiertes Trapezblechdach kann je nach Material, Beschichtung und Umweltbedingungen problemlos 30 bis 50 Jahre und länger halten. Aluminiumdächer und stark beschichtete Stahldächer weisen dabei in der Regel die höchste Lebensdauer auf.

Sind Trapezbleche bei Regen extrem laut?

Die Lautstärke von prasselndem Regen wird oft überschätzt. Bei nicht isolierten offenen Schuppen ist Regen hörbar, wird aber selten als störend empfunden. Bei Dächern, die mit einem Antikondensvlies ausgestattet sind, schluckt das Vlies bereits einen großen Teil der Schallwellen. Bei gedämmten Wohnhausdächern mit Sandwichplatten oder einer guten Zwischensparrendämmung hörst du von dem Regen auf dem Blech im Innenraum nahezu gar nichts mehr.

Kann ich Trapezbleche selbst schneiden?

Ja, das ist problemlos möglich, sofern du das richtige Werkzeug verwendest. Nutze ausschließlich Kalt-Schnittwerkzeuge wie einen Knabber (Nibbler), eine Blechschere oder spezielle Kreissägeblätter für Metall. Schneide niemals mit dem Winkelschleifer, da die Hitze und der Funkenflug das Material sofort zerstören.

Darf ich auf Trapezblechen laufen?

Ein Trapezblechdach ist begehbar, wenn einige Grundregeln beachtet werden. Trage Schuhe mit weichen Gummisohlen, um Kratzer zu vermeiden. Tritt immer nur in den Profiltälern (Tiefsicken) und idealerweise genau dort auf, wo sich darunter die tragenden Holzlatten befinden. Bei sehr dünnen Blechen (0,40 mm) solltest du Lastenverteiler, wie ein quer gelegtes Brett, verwenden, um Dellen zu vermeiden.

Welches Gefälle ist bei Trapezblechen vorgeschrieben?

Für einen reibungslosen Wasserablauf und den Selbstreinigungseffekt des Daches wird eine Dachneigung von mindestens 5° bis 7° dringend empfohlen. Bei längeren Dächern und flacheren Neigungen müssen zwingend zusätzliche Dichtungsmaßnahmen wie Kompribänder in den Überlappungen eingesetzt werden, um Kapillarwasser zu verhindern.

Wie reinige ich kleine Rostflecken auf dem Blech?

Solltest du kleine Flugrostflecken entdecken, die beispielsweise durch vergessene Bohrspäne entstanden sind, säubere die Stelle sofort mit einem feuchten Tuch oder einer weichen Bürste. Ist die Beschichtung bis auf das blanke Metall zerkratzt, kannst du die Stelle reinigen, entfetten und mit einem speziellen Ausbesserungslack (Reparaturfarbe) in der passenden RAL-Farbe versiegeln, um weiteren Rost zu verhindern.